Experteninterview mit Dr. med. Talea Remy-Ebner zur Krebsfrüherkennung beim Frauenarzt – Das sollten Sie unbedingt über die Krebsfrüherkennung wissen
Die Krebsvorsorge beim Frauenarzt kann Leben retten. Dennoch nehmen nur etwa 50 % der Frauen in Deutschland die regelmäßigen Angebote zur Krebsfrüherkennung wahr. Im Experteninterview mit Talea Remy-Ebner klären wir Sie auf, warum die Krebsfrüherkennung so wichtig ist und welche Untersuchungen Sie bei Ihrem Frauenarzt wahrnehmen können.
Inhaltsverzeichnis
- Warum ist die Krebsvorsorge beim Frauenarzt so wichtig?
- Warum nehmen viele Frauen nicht an den Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung teil?
- Welche Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung bieten Sie an?
- Welche Vorteile bietet die Mammografie im Vergleich zur Tastuntersuchung?
- Gibt es auch gutartige Gewebe-Veränderungen in der Brust?
- Warum zählt die HPV-Immunisierung zur Krebsfrüherkennung?
- Welche Rolle spielt die Genetik bei der Erkennung von Brustkrebs?
- Wie oft sollte ich zur Krebsfrüherkennung zum Frauenarzt?
- Werden die Kosten von der Privaten Krankenkasse übernommen?
Frau Dr. Remy-Ebner, warum ist die Krebsvorsorge beim Frauenarzt so wichtig?
Die Krebsfrüherkennung kann im Kampf gegen Krebs eine entscheidende Rolle spielen, da Krebs im Frühstadium deutlich bessere Heilungsaussichten hat. Dies gilt insbesondere für Gebärmutterhalskrebs und Brustkrebs – zwei der häufigsten Krebsarten bei Frauen. Bei den gynäkologischen Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung können bereits Vorstufen von Krebs erkannt und behandelt werden, noch bevor sich ein invasives Karzinom entwickelt. Zu dem kann man sagen, je früher Krebs erkannt wird, desto weniger aggressiv sind die notwendigen Therapien.
Warum nehmen viele Frauen nicht an den Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung teil?
Das ist eine sehr gute Frage. Ich nehme an, dass sich neben Zeitmangel oder mangelnder Aufklärung auch viele Frauen in falscher Sicherheit wiegen. Wenn man sich gesund fühlt und keine Symptome aufweist, vergisst man schnell über diese ernsten Themen nachzudenken. Aber Krebs kann jeden von uns treffen und viele Krebserkrankungen weisen erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome auf.
Ein anderer Gund, warum manche Frauen die Krebsvorsorgeuntersuchungen nicht wahrnehmen, ist die Angst vor einer möglichen Krebsdiagnose. Hier sollte man sich aber bewusst machen, welch fatale Folgen eine verzögerte Krebsdiagnose haben kann. Wird der Krebs hingegen bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen noch deutlich höher. Beispielsweise konnte die Sterblichkeit bei Gebärmutterhalskrebs, seit der Einführung der gesetzlichen Krebsfrüherkennung, um mehr als die Hälfte gesenkt werden. Durch die Teilnahme an den Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen können Sie also aktiv zu Ihrer Gesundheitsvorsoge beitragen.
Welche Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung bieten Sie an?
In meiner gynäkologischen Privatpraxis in Frankfurt Sachsenhausen bieten wir unseren Patientinnen alle wichtigen Vorsorgeuntersuchungen zur Krebsfrüherkennung an. Dazu zählen
- Tastuntersuchung der Gebärmutter, der Eierstöcke und des kleinen Beckens
- ThinPrep Pap-Test: Spezieller Abstrich vom Gebärmutterhals zur besseren Beurteilung (Dünnschichtzytologie)
- Mikroskopische Beurteilung der Scheidenflora und ph-Messung
- Ultraschalluntersuchung von Gebärmutter, Eierstöcken und Harnblase
- Tastuntersuchung der Brust
- Ultraschalluntersuchung der Brust
- Blasenkrebstest
- Screening auf humane Papilloma-Viren (HPV-Test) und HPV-Impfung
- Screening auf sexuell übertragbare Erkrankungen
Für die Durchführung von weiterführenden Untersuchungen wie MRT oder Mammographie können wir in der Radiologie und in zertifizierten Brustzentren kurzfristig Termine für Sie sichern.
Informieren Sie sich gerne über die Einzelheiten der jeweiligen Untersuchungen auf unserer Leistungsseite zur Krebsvorsorge.
Welche Vorteile bietet die Mammografie im Vergleich zur Tastuntersuchung?
Gibt es auch gutartige Gewebe-Veränderungen in der Brust?
Warum zählt die HPV-Immunisierung zur Krebsfrüherkennung?
Bestimmte HPV-Typen stehen in Zusammenhang mit Gebärmutterhalskrebs oder anderen HPV-assoziierten Krebsarten. Darum spielt die HPV-Impfung eine wichtige Rolle in der Krebsprävention. Die HPV-Impfung schützt Sie vor den häufigsten krebsauslösenden HPV-Typen und kann das Risiko für Gebärmutterhalskrebs um bis zu 90 % reduzieren.
Welche Rolle spielt die Genetik bei der Erkennung von Brustkrebs?
Tatsächlich kann Brustkrebs auch erblich bedingt sein. Bestimmte Genmutationen des BRCA1 und BRCA2 Gens können bei betroffenen Frauen Brustkrebs auslösen. Trägerinnen dieser Genmutation erkranken sogar mit einer Häufigkeit von 70-80 Prozent an Brustkrebs. Mir ist es ein besonderes Anliegen betroffene Patientinnen rechtzeitig aufzuklären und zu betreuen. Denn die frühzeitige Aufklärung kann das Erkrankungsrisiko senken oder eine mögliche Erkrankung rechtzeitig erkennen.
Wie oft sollte ich zur Krebsfrüherkennung zum Frauenarzt?
Welche Untersuchungen Sie wie oft durchführen lassen sollten ist altersabhängig. Die aktuellen Empfehlungen lauten:
- Ab 20 Jahren: Jährliche gynäkologische Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs.
- Ab 30 Jahren: Zusätzlich zur jährlichen Genitaluntersuchung eine jährliche Brustuntersuchung.
- Ab 35 Jahren: Die Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ändert sich auf einen 3-Jahres-Rhythmus mit einer Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test.
- Ab 50 Jahren: Zusätzlich zu den oben genannten Untersuchungen wird alle zwei Jahre eine Mammografie im Rahmen des Brustkrebsfrüherkennungsprogramms empfohlen.
Selbstverständlich können Sie unabhängig von diesen Empfehlungen jederzeit Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin aufsuchen, wenn Sie Beschwerden oder Bedenken haben.
Werden die Kosten von der Privaten Krankenkasse übernommen?
Vielen Dank Frau Remy-Ebner für die Interessanten Infos zum Thema Krebsfrüherkennung.

Über die Autorin: Dr. Talea Remy-Ebner
Dr. med. Talea Remy-Ebner führt als Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe seit 2021 eine innovative Privatpraxis in Frankfurt Sachsenhausen. Nach ihrer Ausbildung am Uniklinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt sammelte sie wertvolle Erfahrung im Krankenhaus Sachsenhausen, mit den Schwerpunkten der Geburtshilfe, operativen Gynäkologie, Endometriose und gynäkologischen Onkologie.
Dr. Remy-Ebner legt großen Wert auf eine individuelle und ganzheitliche Patientenbetreuung inklusive modernster Diagnostik- und Behandlungsmethoden. Schwerpunkte ihrer Arbeit umfassen: Hormonersatztherapie, Teenager und Hormonsprechstunden, Brustdiagnostik, Schwangerschaftsvorsorge und -akupunktur, 3D/4D Ultraschalltechnik sowie Krebsvor- und nachsorge.
