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Arthrose verstehen: Ein Ratgeber für Betroffene

Bei Arthrose handelt es sich um eine Gelenkerkrankung, die viele Menschen betrifft, ohne dass sie es merken. Wir helfen Ihnen dabei, die ersten Anzeichen zu erkennen, die richtigen Schritte einzuleiten und mit der Arthrose umzugehen.

Warum tun mir morgens die Knie weh und wieso habe ich nach längerem Sitzen manchmal steife Gelenke?

Morgens kommen Sie aus einer langen, nächtlichen Ruhephase, in der Sie sich wenig bewegt haben. Während dieser Zeit hatte auch die Gelenkschmiere (Synovialflüssigkeit) keine Chance, sich optimal zu verteilen. Insofern kann es morgens oder auch nach längerem Sitzen zu einer vorübergehenden Steifheit oder auch Schmerzen in ihrem Kniegelenk kommen.

Arthrose geht häufig mit Entzündungen im Gelenk einher. Morgendliche Schwellungen und Schmerzen rühren oft von Flüssigkeiten, die sich über Nacht im Gelenk gesammelt haben. Ihre Schmerzen können sich außerdem durch Schonhaltungen oder wenig Bewegung (z.B. bei längerem Sitzen oder in der Nacht) verstärken, denn dann verspannt die umlegende Muskulatur. Nicht zuletzt können abgenutzte Knorpel (bei fortgeschrittener Arthrose) stärker aufeinander reiben, was meist deutlich in der Früh zu spüren ist, da Ihr Gelenk noch nicht „warmgelaufen“ ist.

Mit Morgengymnastik, leichten Dehnübungen oder Fahrradfahren an der frischen Luft wirken Sie dem entgegen. Auch warmes Abduschen oder Wechselduschen helfen die Durchblutung anzuregen und Ihre Beschwerden am Morgen oder nach langem Sitzen zu lindern.

Warum knirscht mein Knie, wenn ich es bewege?

Knacken oder Knirschen im Knie (Krepitation) kann verschiedene Ursachen haben. Bei einem abgenutzten Knorpel durch Arthrose wird der Gelenkknorpel mit der Zeit dünner und unebener. Wenn sich dann die Gelenkflächen ungleichmäßig aufeinander reiben, verursacht dies knirschende Geräusche. Außerdem können sich Gasblasen in der Gelenkflüssigkeit bilden. Wenn Sie sich bewegen, können die Bläschen platzen und ein knirschendes oder sogar knackendes Geräusch erzeugen.

Aber das sind nicht die einzigen Ursachen. Wenn Sie an einer fortgeschrittenen Arthrose leiden, haben sich oft bereits knöcherne Wucherungen (Osteophyten) gebildet, die die Bewegungen im Gelenk einschränken und zu Reibegeräuschen führen können. Und nicht zuletzt sind ab und an auch Sehnen und Bänder für das Knirschen oder Knacken verantwortlich. Durch die veränderte Gelenkstruktur „gleiten“ sie über die Knochenvorsprünge.

Wenn Sie weder Schmerzen noch Bewegungseinschränkungen haben, während Sie diese Geräusche wahrnehmen, dann ist das Ganze meist unbedenklich. Schwillt Ihr Knie jedoch an und wird es schmerzhaft für Sie, können das Zeichen für stärkere Abnutzungen oder Entzündungen im Gelenk sein. Konsultieren Sie uns in dem Fall.

Warum tun mir die Finger- oder Handgelenke weh?

Auch bei Finger- und Handgelenken verhält es sich ähnlich. Knorpelabbau bei Arthrose bedeutet dünnere und rauere Knorpel, wodurch direkte Reibung entsteht. Infolgedessen kann es zu Schmerzen bei Bewegungen oder Belastungen der Finger- und Handgelenke kommen. Zudem kann der Knorpelabbau eine Entzündungsreaktion im Gelenk auslösen, die zu Schwellungen und einem Wärmegefühl, aber auch zu morgendlicher Steifheit führen kann.

Sollte Ihre Arthrose schon fortgeschritten sein, können sich die Finger- und Handgelenke bereits durch knöcherne Anbauten (Osteophyten) verändert haben. Es kann sein, dass diese Anbauten Druck auf umliegende Nerven ausüben und Ihre Schmerzen verstärken. Auch fehlende oder zu wenig Gelenkschmiere intensiviert Reibungsschmerzen, denn die Beweglichkeit ist dann recht eingeschränkt. Nicht zuletzt verspannen Schonhaltungen oder wenig Bewegung die Handmuskeln. Auch dann kann es zu weiteren Beschwerden kommen.

Bewegen Sie Ihre Finger- und Handgelenke, vor allem morgens und nach längeren Ruhephasen, wenn Sie sich steif fühlen. Neben Bewegung und gezielten Übungen kann auch Wärme guttun.

Wieso werden meine Gelenkschmerzen bei Kälte schlimmer?

Es wird kälter, ich spür`s in meinen Knochen. Das hat Oma früher oft gesagt. Und sie hatte Recht, denn Arthrose-bedingte Gelenkschmerzen können sich bei Kälte verstärken. Das hat gleich mehrere Gründe. Bei kälterem Wetter ziehen sich die Blutgefäße stärker zusammen. Dadurch gelangen weniger Sauerstoff und Nährstoffe in die Gelenke, was Schmerzen und Steifheit auslösen kann (aber nicht muss). Außerdem kann Kälte dazu führen, dass Ihre Muskeln und Sehnen rund um die Gelenke verspannen. Das Resultat: der Druck auf die Gelenke steigt und so können auch die Beschwerden intensiver ausfallen.

Auch die Gelenkflüssigkeit (Synovialflüssigkeit), die für das „Schmieren“ der Gelenke verantwortlich ist, kann bei Kälter zäher werden und die Beweglichkeit einschränken oder das Aneinanderreiben der Gelenkflächen verstärken. Und nicht zuletzt kann Kälte ein Katalysator für entzündliche Prozesse im Gelenk sein.

Grundsätzlich können Menschen, die besonders „wetterfühlig“ sind, empfindlich auf Luftdruckveränderungen, die häufig mit Kaltwetterfronten einhergehen, reagieren. Wenn der Luftdruck sinkt, kann sich das menschliche Gewebe leicht ausdehnen und eine verstärkte Schmerzreaktion bei Arthrose-Patienten hervorrufen.

Was kann ich gegen Gelenkschmerzen tun, ohne Medikamente zu nehmen?

Bewegung ist das „A und O“ und zwar regelmäßig und gelenkschonend. Gehen Sie schwimmen oder spazieren oder setzen Sie sich auf`s Rad. All das hält Ihre Gelenke beweglich, fördert Ihre Durchblutung und kann Ihre Schmerzen minimieren. Mit gezielten Übungen stärken Sie Ihre Muskulatur und entlasten damit Ihre Gelenke. Unser Physiotherapeut erstellt angepasste Übungsprogramme für Sie. Außerdem können Dehnübungen helfen, Ihre Steifheit zu reduzieren. Integrieren Sie leichte Dehnübungen in Ihre morgendliche Routine und wärmen Sie Ihre Gelenke auf.

Auch Wärme kann sehr wohltuend bei Arthrose-Schmerzen sein. Versuchen Sie es mit warmen Kompressen, Wärmepflastern, Heizkissen, Wärmflaschen, einem warmen (Moor-)Bad oder Fangopackungen. Kälte ist nur dann eine gute Idee, wenn Sie einen akuten Arthroseschub haben, dann lindert sie Schwellungen und Entzündungen.

Was man nicht so gern hört: auch Übergewicht belastet die Gelenke, vor allem Knie und Hüfte. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann einen spürbaren Unterschied machen. Mit einer ausgewogenen, entzündungshemmenden Ernährung minimieren Sie Ihre Arthrose-Beschwerden. So können Omega-3-Fettsäuren (in fettem Fisch) und Antioxidantien aus Obst und Gemüse entzündliche Prozesse im Körper reduzieren.

Holen Sie sich Kraft aus der Natur. Kurkuma, Teufelskralle oder Weihrauch werden entzündungshemmende Eigenschaften nachgesagt. Auch Ingwer kann als Tee, gekaut oder als Nahrungsergänzungsmittel für Schmerzlinderung sorgen. Kollagen und Gelatine aus der Knochenbrühe unterstützen ebenfalls die Gelenkgesundheit.

Vereinfachen Sie sich außerdem den Alltag mit ergonomischen Hilfsmitteln, z.B. speziellen Griffen für Küchenutensilien oder Gehstöcken. Auch orthopädische Einlagen oder Bandagen können hilfreich sein. Und: entspannen Sie sich. Stress ist ein Schmerzkatalysator. Meditation, Yoga, Akupressur (z.B. auch als Akupressur-Matte) oder progressive Muskelentspannungen helfen Ihnen beim Stressabbau und können die Schmerzwahrnehmung positiv beeinflussen.

Akupunkturen können Ihnen dabei helfen, Ihre Schmerzen zu lindern. Auch Massagen und Faszien-Therapien unterstützen das Lösen von Verspannungen rund um Ihr Gelenk. In unserer Privatpraxis haben Sie die Möglichkeit, Termine zur manuellen Therapie und Akupunktur zu vereinbaren. Bei all dem gilt: Geduld und Dranbleiben, denn positive Effekte stellen sich nicht von heute auf morgen ein.

Welche Sportarten sind mit Gelenkschmerzen noch möglich?

Ideal bei Arthrose sind gelenkschonende Sportarten. Damit erhalten Sie Ihre Beweglichkeit, während Sie Ihre Schmerzen zu reduzieren und die Muskulatur zu stärken. Wir empfehlen insbesondere Wassersport. Rücken- und Kraulschwimmen gelten als besonders gelenkschonend. Während der Aqua-Gymnastik oder dem Aqua-Jogging werden Ihre Gelenke durch den Wasserauftrieb entlastet.

Auch sanfte, gleichmäßige Bewegungen ohne Stoßbelastung beim Fahrradfahren tun Ihren Gelenken gut. Für Knie- oder Hüftarthrose-Patienten bietet sich der Heimtrainer oder der Ergometer an. Wenn Sie gerne wandern gehen oder Nordic Walking machen, wählen Sie weiche Waldwege statt Asphalt. Stöcke unterstützen die Entlastung Ihrer Gelenke und fördern Ihre Durchblutung.

Auch auf Gymnastik und Beweglichkeitstraining brauchen Sie nicht zu verzichten. Achten Sie auf sanfte Dehn- und Mobilisationsübungen, ohne es zu übertreiben. Insbesondere (Reformer) Pilates eignet sich hervorragend. Aber auch Thai Chi stärkt Ihre Muskeln und verbessert Ihre Körperhaltung.

Wer immer gern Krafttraining praktiziert hat, muss auch jetzt nicht vollständig verzichten. Trainieren Sie aber statt mit schweren lediglich mit leichten Gewichten oder Ihrem eigenen Körpergewicht. Der Fokus sollte auf die Stabilisierung Ihrer Muskeln ausgerichtet sein.

Vermeiden Sie in jedem Fall Joggen auf hartem Untergrund, da die Stoßbelastung hier zu hoch wäre. Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, z.B. Tennis, Fußball oder Handball, belasten Ihre Gelenke und sollten deshalb vermieden werden. Auch hochintensives Krafttraining mit schweren Gewichten fällt für Arthrose-Patienten leider aus. Es ist wichtig, dass Sie sich regelmäßig bewegen, ohne sich überzubelasten. Hören Sie gut auf Ihren Körper und stimmen Sie sich bei Zweifeln mit Ihrem Physiotherapeuten ab.

Wie kann ich feststellen, ob ich tatsächlich Arthrose oder eine andere Erkrankung habe?

Es gibt verschiedene Anzeichen für eine mögliche Arthrose. Gelenkschmerzen zeigen sich zunächst bei Belastungen, z.B. Knieschmerzen beim Treppensteigen, später auch im Ruhezustand oder nachts. Oft fühlen sich die Gelenke morgens oder nach längerem Sitzen steif an. Diese Steifheit hält meist weniger als eine halbe Stunde an (bei längerer Steifigkeit könnte ein Rheuma-Verdacht vorliegen). Knacken oder Knirschen, also spür- oder hörbare Reibegeräusche bei Bewegung, könnten weitere Arthrose-Anzeichen sein.

Auch ein zeitweises Anschwellen (Entzündung im Gelenk) oder eingeschränkte Bewegungen bzw. Blockaden können auf eine Arthrose hindeuten, ab und an kann es sich aber auch um ein Meniskusproblem handeln. Bei fortgeschrittener Arthrose zeigen sich sichtbare Veränderungen (Deformierungen), z.B. an den Fingergelenken (Bouchard- oder Heberden-Knoten).

Es gibt 4 Stadien der Arthrose. Falls Sie sich näher über die einzelnen Phasen der Arthrose informieren möchten, klicken Sie hier. Um sich vollkommen sicher zu sein, ob Sie Arthrose haben oder nicht, kommen Sie bitte in unserer Praxis vorbei.

Wann sollte ich mit meinen Gelenkschmerzen zum Arzt gehen?

Stellen Sie sich folgende Fragen: Treten die Schmerzen nur bei Belastung auf? Wird Ihr Gelenk, nachdem Sie es bewegt haben, besser statt schlechter? Fühlt sich Ihr Gelenk morgens für kurze Zeit steif an? Falls Sie diese Fragen bejahen, sollten Sie einen Termin zur definitiven Diagnose bei uns ausmachen.

Mit einer speziellen Therapie behandeln wir Ihre Arthrose bzw. halten deren Fortschreiten auf. Sprechen Sie mit uns. Nach einer eindeutigen Diagnose erstellen wir Ihren persönlichen Therapieplan.

Wie wird Arthrose ärztlich diagnostiziert?

Wir führen zunächst eine Anamnese und eine Untersuchung durch, befragen Sie nach möglichen Schmerzen, testen Ihre Beweglichkeit und holen Informationen über frühere Verletzungen ein. Mit bildgebenden Verfahren finden wir mehr heraus. So zeigt ein Röntgenbild Gelenkspaltverengungen, Knochenanbauten (Osteophyten) oder Verformungen. Mittels MRT oder Ultraschall können wir Knorpelschäden oder Entzündungen genauer erkennen und den Arthrose-Grad (1-4) bestimmen. Die Messung des Spannungszustands der Muskulatur mittels Elektromyografie (EMG) führt insbesondere bei Arthrose der großen Gelenke zu interpretierbaren Ergebnissen, denn schmerzbedingte Schonhaltungen führen langfristig zur Rückbildung von Muskelgewebe. Laboruntersuchungen helfen uns, andere Krankheiten auszuschließen. Bluttests geben weitere Einblicke darüber, ob ggf. andere Krankheiten (z.B. Rheuma) vorliegen.

Falls es Arthrose ist, kann man die Krankheit über die Ernährung heilen?

Zurzeit liegen keine wissenschaftlichen Belege vor, dass Arthrose durch bestimmte Ernährungsweisen geheilt werden kann. Trotzdem kann eine ausgewogene Ernährung dazu beitragen, dass Arthrose ungehindert voranschreitet.

Essen Sie ausreichend Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und gesunde Fette, die Sie in Olivenöl, Nüssen und fettem Fisch (Omega-3-Fettsäuren) finden. Mit einer ausgewogenen Ernährung halten oder erreichen Sie ein gesundes Gewicht, was speziell bei Knie- und Hüftgelenk zu einer Entlastung führen kann, die Sie tagtäglich spüren werden. Achten Sie darauf, Vitamin D und Calcium aufzunehmen. Sie sind wichtig für Ihre Knochengesundheit.

Bitte beachten Sie, dass die Ernährung lediglich ein Baustein bei der Behandlung von Arthrose ist. Nur mit regelmäßiger, gelenkschonender Bewegung, möglicherweise Physiotherapie und gezieltem Kraft- und Bewegungstraining erhalten Sie die Funktion Ihrer Gelenke und können Schmerzen entgegenwirken.

Fazit: Wir klären in unserer Privatpraxis in Frankfurt Sachsenhausen ab, ob es Arthrose ist

Arthrose ist eine weit verbreitete Gelenkerkrankung, die durch Symptome wie morgendliche Steifheit, Knirschen und Schmerzen in Knie, Hüfte, Schultern, Fingern oder Handgelenken erkennbar ist. Wichtig ist, dass Sie die Ursachen Ihrer Beschwerden ärztlich abklären lassen, um andere Erkrankungen auszuschließen und den Arthrose-Grad zu bestimmen. Kommen Sie deshalb bei anhaltenden oder unklaren Schmerzen in unserer Privatpraxis in Frankfurt Sachsenhausen vorbei. Wir bieten Ihnen eine umfassende Diagnose und erstellen Ihren persönlichen Therapieplan.

Dr. Marc Ebner - Experte für Muskelrelaxans

Über den Autor: Dr. Marc Ebner

Dr. med. Marc Ebner leitet als erfahrener Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie seit 2021 eine erfolgreiche Privatpraxis in Frankfurt mit seiner Frau Dr. med. Talea Ebner. Seine fundierte Ausbildung absolvierte er an der Universitätsklinik Frankfurt und der Hochtaunus Klinik in Bad Homburg. Dr. Ebner spezialisiert sich auf Orthopädie und Unfallchirurgie unter Einbezug innovativer Behandlungsmethoden, darunter Akupunktur und Stoßwellentherapie.
Bei ihm steht eine individuelle Patientenbetreuung im Zentrum seiner Arbeit. In seiner Frankfurter Privatpraxis kombiniert er modernste Medizintechnik mit einer patientenorientierten Versorgung, um den Beschränkungen der Kassenmedizin entgegenzuwirken und seinen Patienten eine optimierte, persönliche Behandlung zu bieten.

Dr. Marc Ebner