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Experteninterview mit Dr. Teresa Schaefer zum Thema „Bruxismus“

Als Patientin mit Bruxismus in der Privatpraxis Remy-Ebner habe ich Dr. Teresa Schaefer, Fachärztin für Orthopädie, alles über dieses Thema fragen können. Sie hat dabei den fachärztlichen Blick ihres Ehemanns, der als Zahnarzt arbeitet, mit einfließen lassen. Im Fokus unseres Gesprächs stehen interdisziplinäre Konzepte mit orthopädischen und zahnärztlichen Behandlungsmöglichkeiten.

Sybille Schrampf (Patientin)

Frau Dr. Schaefer, viele Menschen wissen gar nicht, dass sie mit den Zähnen knirschen. Mir hat es auch mein Mann gesagt, weil ich beim Schlafen mit den Zähnen knirschte. Woher weiß man, dass man an Bruxismus leidet, und welche Anzeichen sollte man besonders ernst nehmen?

Das ist genau der Punkt. Oftmals bleibt Bruxismus bei vielen Menschen sehr lange unbemerkt. Tatsächlich ist etwa jede fünfte Person davon betroffen, besonders in der Lebensphase zwischen 20 und 50 Jahren. Da das Pressen und Knirschen meistens nachts im Schlaf passiert, nehmen es die Betroffenen selbst anfangs gar nicht wahr. Oftmals wird einem das erst durch den Partner bewusst, dem die nächtlichen Knirschgeräusche auffallen.

Es gibt aber einige Anzeichen, nach denen man selbst forschen kann. Dazu gehören:

  • Müdigkeits- und Druckgefühle oder Schmerzen im Kiefer und an den Schläfen, direkt nach dem Aufstehen
  • Spannungskopfschmerzen am Morgen
  • deutlich verspannte Kaumuskeln sowie Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
  • Schmerzen oder Knack- und Reibegeräusche im Kiefergelenk, wenn Sie den Mund öffnen oder kauen
  • Zähne, die empfindlich werden, kleine Risse zeigen oder bereits abgenutzt wirken
  • Druckspuren an den Wangeninnenseiten oder an der Zunge, die durch das starke Pressen entstehen

Sollten die Symptome dauerhaft bestehen, ist das ernst zu nehmen. Achten Sie darauf, ob der Zahnabrieb sichtbar fortschreitet, Ihre Kieferschmerzen chronisch werden oder ob Sie den Mund nicht mehr richtig öffnen können. Auch anhaltende Ohrenschmerzen, für die der HNO-Arzt keine Ursache findet, sowie Schlafprobleme und Tagesmüdigkeit durch die nächtliche Muskelarbeit sind ernste Signale.

Wenn Sie jedoch plötzlich einschießende, starke Schmerzen im Kiefer, einen blockierten oder „springenden“ Kiefer, Zahnfrakturen, heftige nächtliche Beschwerden oder Schmerzen verspüren, die weit ins Gesicht, die Ohren und den Hals ausstrahlen, sollten Sie auf keinen Fall nur beobachten und warten. Konsultieren Sie in diesen Fällen sofort einen Arzt.

Wen trifft es denn meistens? Sind das Menschen mit viel Stress im Job oder solche mit Schlafstörungen? Oder kann es auch vermeintlich gesunde Menschen treffen?

Leider kann Bruxismus tatsächlich jeden treffen. Auch Menschen, die sich selbst als völlig gesund, fit und eigentlich tiefenentspannt einschätzen, sind davor nicht gefeit. Es ist also keineswegs eine reine „Manager-Krankheit“.

Bei uns in der Privatpraxis erkennen wir allerdings bestimmte Gruppen, bei denen das Risiko deutlich erhöht ist. Sie haben zwei der wichtigsten Faktoren schon richtig genannt:

  • Menschen unter chronischem Stress
    Wer beruflich oder privat unter hoher psychischer Belastung steht, neigt stark dazu, diese Anspannung sprichwörtlich über den Kiefer abzubauen. Auch Menschen mit erhöhtem Perfektionismus sind potentiell gefährdet.
  • Personen mit Schlafstörungen
    Unruhiger Schlaf, häufiges nächtliches Aufwachen oder Atempausen (wie bei einer Schlafapnoe) können das Knirschen massiv triggern.
  • Menschen mit intensiver Bildschirm- und Konzentrationsarbeit
    Wer stundenlang fokussiert am PC sitzt, presst oft unbewusst die Zähne zusammen. Das lange Sitzen im Büro kann die muskuläre Anspannung erhöhen.
  • Lebensstil-Faktoren
    Wer grundsätzlich viel Koffein, Alkohol oder Nikotin zu sich nimmt, kurbelt die Muskelaktivität in der Nacht zusätzlich an.

Medizinisch gesehen muss man sauber zwischen Schlafbruxismus, der nachts meist unbewusst als Knirschen oder Pressen stattfindet, und Wachbruxismus unterscheiden. Letzterer passiert tagsüber, meist wenn wir sehr konzentriert sind. Oft entsteht hier kein richtiges Knirschen, sondern der Betroffene presst „nur“ unbemerkt und lautlos, dafür aber fest. Zahlreiche Menschen leiden auch an Mischformen.

Ich kann Ihnen jedoch versichern, dass nicht jeder, der ab und zu knirscht oder presst, automatisch Schäden entwickelt. Zum echten Problem wird Bruxismus meistens erst dann, wenn die Belastung Ihre persönliche Toleranzgrenze überschreitet. Will heißen, wenn Ihre Muskelspannung dauerhaft hoch bleibt, Sie chronische Schmerzen entwickeln oder Ihre Zahnsubstanz sichtlich leidet.

Was sind die klassischen Symptome beim Bruxismus und ab wann sollte ich damit zum Arzt gehen? Und zu welchem?

Ob hinter Ihren Beschwerden wirklich Bruxismus steckt, finden Sie mit einem Blick auf die Uhr und auf Ihren Terminkalender heraus. Ganz typisch für das Zähneknirschen ist nämlich, dass die Beschwerden am intensivsten morgens, direkt nach dem Aufwachen, auftreten. Außerdem spüren Sie die Symptome in stressigen Phasen. Das kann Druck im Job sein. Aber auch private Belastungen lösen das Knirschen aus. Wenn Ihnen dann noch Ihr Partner erzählt, dass Sie nachts Geräusche machen, verdichtet sich der Verdacht auf Bruxismus.

Spätestens, sobald Sie diese morgendlichen Verspannungen, den Schläfendruck oder die empfindlichen Zähne regelmäßig bei sich bemerken, sollten Sie einen Termin beim Arzt vereinbaren. Es gibt aber auch Symptome, die sofort vom Facharzt abgeklärt werden sollen. Dazu gehören starke, rein einseitige Ohrenschmerzen, plötzlich einschießende, fast elektrisierende Gesichtsschmerzen oder eine akute Kiefersperre, das heißt, wenn Sie den Mund kaum noch öffnen oder schließen können.

Wahrscheinlich fragen Sie sich, zu welchem Arzt Sie dann gehen. Im Idealfall arbeiten zwei Fachärzte zusammen. Der erste Weg führt Sie zum Zahnarzt. Er untersucht Ihre Zähne auf Abrieb, prüft Ihre Bisssituation und kann mit einer speziellen Schienentherapie sofort den Druck von den Zähnen nehmen.

Sobald aber Nacken- und Schulterschmerzen, hartnäckige Spannungskopfschmerzen, Schwindel oder Haltungsprobleme dazukommen, sollten Sie unbedingt einen Orthopäden hinzuziehen. Wir Orthopäden schauen uns das gesamte System an, das heißt angefangen bei Ihren Muskelketten bis hin zur Halswirbelsäule. Die optimale Ergänzung ist ein spezialisierter Physiotherapeut, der die überlastete Muskulatur vor Ort behandelt.

Ich habe gehört, dass es einen Zusammenhang zwischen Bruxismus und einer craniomandibulären Dysfunktion (CMD), also Funktionsstörungen des Kiefergelenks, geben kann? Wie sieht das aus?

Das ist eine ganz wichtige Frage, Frau Schrampf. In unserer Praxis erleben wir es ständig, dass diese beiden Begriffe munter miteinander verwechselt werden. Allerdings beschreiben sie zwei völlig unterschiedliche Dinge. Sie haben allerdings miteinander zu tun.

Um es einfach auszudrücken: Bruxismus ist die Aktivität. Es beschreibt das reine Phänomen einer überaktiven Kaumuskulatur, die durch das unbewusste Pressen oder Knirschen entsteht.

CMD hingegen steht für Craniomandibuläre Dysfunktion. Das ist ein medizinischer Sammelbegriff für die handfesten Funktionsstörungen im gesamten System, also wenn Kiefergelenke, Kaumuskulatur und Biss nicht mehr richtig miteinander zusammenarbeiten.

Nun zum Zusammenhang. Wenn Sie über Monate oder Jahre hinweg jede Nacht unbemerkt mit den Zähnen knirschen oder tagsüber pressen, bedeutet das eine enorme, dauerhafte mechanische Überlastung für Ihr Gewebe. Dieser langanhaltende Bruxismus kann eine CMD überhaupt erst auslösen oder eine bereits schlummernde Fehlregulation massiv verstärken.

Sobald sich aus Ihrem Knirschen eine CMD entwickelt hat, macht sich dies folgendermaßen bemerkbar:

  • ein deutliches Knacken oder Reiben im Kiefergelenk,
  • Schmerzen direkt vor dem Ohr oder ein dumpfer Gesichtsdruck,
  • eine spürbar eingeschränkte Mundöffnung,
  • aber auch unangenehmer Ohrdruck oder ein Tinnitus.

Dass viele Betroffene gar nicht an ihren Kiefer denken, liegt an der Anatomie. Was viele nicht wissen, ist, dass unser Kausystem über Nerven- und Muskelketten in einer sehr engen Verbindung zu Nacken, Schultern und dem oberen Rücken steht. Deshalb strahlen die Probleme so häufig aus. Eine CMD tarnt sich im Alltag unheimlich gut und wirkt auf die Betroffenen oft wie ein ganz klassischer, normaler Nacken- oder Kopfschmerz.

Mir wurde gesagt, dass auch Füllungen, Kronen oder Zahnfehlstellungen Bruxismus fördern können? Stimmt das?

Früher dachte man tatsächlich, dass ein „falscher Biss“ der Hauptauslöser für das Knirschen ist. Nach aktuellem Wissensstand revidiert man diese Annahme. Zahnfehlstellungen oder Zahnersatz lösen Bruxismus eher nicht direkt aus. Das Knirschen und Pressen entsteht vielmehr durch eine fehlerhafte zentrale Muskelsteuerung im Gehirn, die eng mit der Stressverarbeitung und der Schlafregulation verknüpft ist.

Und jetzt kommt das große Aber, bei dem ich die fachliche Expertise meines Mannes Philip hinzuziehen möchte. Er sieht als Zahnarzt täglich, dass unebene Zahnkontakte als „Mitspieler“ Einfluss auf das Kausystem nehmen. So kann eine zu hohe Füllung, eine schlecht angepasste Krone oder eine Zahnfehlstellung das Kausystem zusätzlich massiv reizen. Wenn das Gehirn merkt, dass da beim Zusammenbeißen etwas „im Weg“ ist, versucht es oft unbewusst, dieses Hindernis nachts regelrecht „wegzuknirschen“. Das verstärkt die bestehenden Beschwerden und die Muskelüberlastung dramatisch.

Philip geht in seiner Zahnarztpraxis deshalb nach einem systematischen Prüfplan vor, um genau diese Störfaktoren aufzudecken und zu beseitigen. Er untersucht dabei folgende vier Bereiche:

  • Zahnsubstanz und Verschleiß, also Hinweise auf Überlastungen, z. B. abgeflachte Kauflächen (sogenannten Attritionen), feine Schmelzrisse oder freiliegende, empfindliche Zahnhälse,
  • den bestehenden Zahnersatz, wobei genau kontrolliert wird, ob bereits Kronen oder Füllungen durch den enormen Druck gelockert oder beschädigt wurden,
  • Kiefergelenk und Muskulatur, wobei durch präzises Abtasten die Kaumuskulatur auf Verhärtungen geprüft wird, außerdem Messung der maximalen Mundöffnung und Bewegungskontrolle der Kiefergelenke und
  • Bisssituation (Okklusion), wobei die Zähne genauestens im Ruhezustand und in der Dynamik (Kauen und Verschieben) beim Aufeinandertreffen vermessen werden.

Ziel der Zahnärzte ist es, jeden noch so kleinen Frühkontakt oder jede Fehlbelastung zu eliminieren. So wird dem ohnehin schon gestressten Kausystem der zusätzliche mechanische Reiz genommen.

Welche Untersuchungen führen Sie in der orthopädischen Praxis Frankfurt durch, um Bruxismus-typische Muster zu erkennen?

Auch wir gehen systematisch vor, um herauszufinden, wie stark der Kiefer Ihren restlichen Körper beeinflusst. Dabei suchen wir nach orthopädischen Hinweisen, die das Knirschen in Ihren Muskelketten hinterlässt. So schauen wir als erstes auf Ihre gesamte Körperstatik, um Fehlhaltungen oder Asymmetrien zu erkennen, die durch die ständige Kieferanspannung begünstigt werden.

Darüber hinaus prüfen wir die Beweglichkeit Ihrer Halswirbelsäule. Diese Tests bezüglich der Funktion und Mobilität Ihrer HWS geben uns Rückschlüsse auf mögliche Blockaden, die typisch für Knirsch-Patienten sind. Außerdem tasten wir Ihr Kiefergelenk und die Kaumuskeln auf Druckschmerzhaftigkeit und ungleiche Bewegungsmuster ab.

Zuletzt prüfen wir die umliegenden Muskelgruppen in Nacken, Schultern und Hinterkopf auf tiefsitzende, schmerzhafte Verhärtungen.

Und welche Untersuchungen macht Ihr Mann in seiner Zahnarztpraxis?

Philip konzentriert sich in seiner Praxis auf die lokalen Schäden und die Mechanik Ihres Bisses. Er hat einen diagnostischen Prüfplan, der 4 Säulen umfasst. Zum einen achtet er auf sichtbare Überlastungszeichen wie beispielsweise abgeflachte Kauflächen, feine Schmelzrisse oder empfindliche Zahnhälse.

Des Weiteren kontrolliert er, ob sich Kronen oder Füllungen durch den extremen Druck bereits gelockert haben. Ihr Kiefergelenk und die Kiefermuskulatur werden mit einer maximalen Mundöffnung getestet. Auch er tastet die Muskeln ab und prüft Ihr Kiefergelenk auf mögliche Knack- oder Reibegeräusche. Mit der Vermessung Ihres Ober- und Unterkiefers sowohl im Ruhezustand als auch in der Bewegung kann er frühzeitig störende Frühkontakte erkennen.

Wenn man nun weiß, ob Bruxismus bei einem selbst eher ein orthopädisches oder zahnärztliches Problem ist, wie geht es dann weiter?

Ganz grundsätzlich: Bruxismus ist fast nie ein ausschließlich orthopädisches oder zahnärztliches Problem. Sobald die Diagnosen stehen, arbeiten wir Hand in Hand. Beim Zahnarzt steht die mechanische Entlastung im Vordergrund. Nach Kontrolle der Bisssituation wird meist eine maßgefertigte Schienentherapie eingeleitet.

In der Orthopädie und Physiotherapie kümmern wir uns parallel dazu um die muskuläre Entspannung und eine Haltungskorrektur, die nachhaltig wirkt. Mit der Manuellen Therapie und ganz bestimmten Eigenübungen, die wir Ihnen für Ihren Nacken und Kiefer zeigen, begleiten wir Sie bei Ihrem Genesungsprozess.

Die beiden Therapien stimmen wir selbstverständlich zeitlich aufeinander ab. Es bringt zum Beispiel wenig, wenn der Physiotherapeut die Nackenmuskeln mühsam lockert, während ein falscher Biss nachts sofort wieder alles blockiert – und umgekehrt.

Was sagt Ihr Mann zu einer Knirschschiene? Ist sie sinnvoll und wann? Kann man sie mit orthopädischen Behandlungsmethoden kombinieren?

Philip betont immer, dass die Aufbissschiene das wichtigste zahnärztliche Werkzeug bei Bruxismus ist und bleibt. Sie schützt Ihre Zähne vor mechanischem Abrieb, entlastet Ihre Muskulatur sowie Kiefergelenke und nimmt dadurch den akuten Druckschmerz.

Er schränkt aber ein, dass diese Schiene nicht die eigentliche Ursache heilt. Das kann sie gar nicht, weil sie die Stressverarbeitung in Ihrem Gehirn nicht beeinflusst. Die Schiene lindert die Folgen der Überlastung. Aus diesem Grund lässt sie sich hervorragend mit orthopädischen Methoden kombinieren. Mit einer zeitgleichen Physiotherapie und einem speziellen Haltungstraining, die die muskuläre Dauerspannung senken, wirkt die Knirschschiene am besten.

Wie funktioniert die Behandlung von Bruxismus mit Muskelrelaxans? Für welche Patienten ist sie besonders geeignet, wenn physiotherapeutische Maßnahmen oder eine Knirschschiene nicht wesentlich weitergeholfen haben?

Sollten Sie sich nach 3 Monaten trotz Knirschschiene, Physiotherapie und den klassischen konservativen Maßnahmen immer noch nicht besser fühlen, gibt es eine hochwirksame Option. Es handelt sich um ein gezielt wirkendes Muskelrelaxans. Es wird direkt in den großen Kaumuskel (Musculus masseter) injiziert und blockiert dort vorübergehend die Reizübertragung vom Nerv zum Muskel. Auf dieses Weise wird die unbewusste, extreme Beißkraft spürbar herunterreguliert. Ihr normales Kauverhalten und das Sprechen bleiben davon völlig unbeeinträchtigt. Die Wirkung dieses Muskelrelaxans hält meist 3 bis 6 Monate an.

Diese Methode eignet sich für Patienten mit schwerem, therapieresistentem Schlafbruxismus, ausgeprägtem nächtlichen Pressen, einer muskulär dominanten CMD oder einer extremen Muskelüberaktivität (Hypertrophie), also Menschen, die auf andere Behandlungen einfach nicht anspringen. Hier können Sie noch ein wenig mehr über Bruxismus lesen.

Gibt es noch andere konservative Maßnahmen aus der Orthopädie?

Ja, die Palette an wirksamen, sanften Methoden in der Orthopädie ist glücklicherweise groß. Wir setzen uns immer das Ziel, die gestörte Balance zwischen Kiefer, Nacken und Schultern wiederherzustellen. Mit der Chirotherapie beispielsweise lösen wir mit gezielten Handgriffen Blockaden an Ihrer Halswirbelsäule und mobilisieren Ihre Gelenke. Die tiefenwirksame Elektro- oder Ultraschalltherapie nutzen wir, um die Durchblutung verhärteter Muskeln anzuregen und den Gewebeschmerz zu lindern.

Zur weiteren Schmerzlinderung und zur allgemeinen Senkung des Muskeltonus setzen wir auf unsere praxisinterne Akupunktur. Falls Sie sich für diese konservative Therapieform näher interessieren, lesen Sie gern unser Experteninterview dazu.

Neben lokalen Infiltrationen an schmerzhaften Triggerpunkten geben wir Ihnen gezielte Dehnungs- und Haltungsübungen an die Hand, um Ihre Muskelketten langfristig zu entlasten.

Neben lokalen Infiltrationen an schmerzhaften Triggerpunkten können auch orale Muskelrelaxantien kurzfristig zur gezielten Symptombehandlung hinzugezogen werden. Als wunderbare Unterstützung für zuhause empfehle ich meinen Patienten außerdem die Nutzung einer Akupressur-Matte. Diese können Sie ganz einfach selbst nutzen. Bereits 20 Minuten am Tag reichen völlig aus, um die Durchblutung zu fördern und die Muskeln effektiv zu entspannen.

Haben Sie Tipps für Betroffene im Alltag?

Ja, gern. Gut, dass Sie das fragen, denn die Therapie steht und fällt mit Ihrem Alltagsverhalten. So senken bereits kleine Routinen die Muskelspannung enorm. Aber Sie müssen dranbleiben. Wer viel am Bildschirm arbeitet, sollte seinen Monitor auf Augenhöhe einstellen. So vermeiden Sie die Überstreckung Ihrer Halswirbelsäule. Legen Sie regelmäßig Bewegungspausen ein und fragen Sie Ihren Arbeitgeber nach einem ergonomischen Stuhl und bestenfalls auch Tisch.

Beobachten Sie Ihre Zähne immer wieder im Verlaufe des Tages, insbesondere wenn wir Wachbruxismus bei Ihnen festgestellt haben. Lassen Sie die Schultern ganz bewusst immer wieder nach unten sinken. Erinnern Sie sich immer wieder selbst: Meine Zähne gehören im Ruhezustand nicht aufeinander. Ich brauche stets eine kleine Lücke zwischen meinem Ober- und Unterkiefer.

Wenn Sie zu Bett gehen, versuchen Sie, möglichst in Rücken- oder Seitenlage zu schlafen. Kennen Sie eine gesunde Schlafhygiene? Darunter versteht man kein schweres Essen zum Abendbrot zu sich zu nehmen, 2 bis 3 Stunden zu warten, bevor man schläft und Blaulicht vor dem Einschlafen zu reduzieren. All das hilft Ihrem Körper, nachts herunterzufahren und besser zu entspannen.

Und apropos Entspannung, Dehnübungen für Nacken und Kiefer helfen Ihren Muskeln, besser zu relaxen. Machen Sie sich immer wieder einmal ein warmes Kirschkernkissen und legen Sie es auf Ihre Wangen und auf Ihren Nacken. Außerdem gibt es hervorragende Atem- und Entspannungstechniken zur Stressreduktion. Fragen Sie dazu am besten einen ausgebildeten Meditations- oder Yogalehrer.

Wer bezahlt meine Muskelrelaxansbehandlung?

Bei Ihnen als Privatversicherte hängt die Kostenübernahme von Ihrem Tarif ab. Grundsätzlich werden Behandlungen meist übernommen, wenn sie ärztlich verordnet und medizinisch notwendig sind. Sie erhalten von uns eine Rechnung nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), bezahlen diese zunächst selbst, reichen sie bei Ihrer Privaten Krankenversicherung ein und erhalten je nach Tarif die Erstattung. Bei aufwendigeren Therapien empfehle ich Ihnen, vorab eine Kostenzusage einzuholen.

Bruxismus

Über den Autor: Dr. Teresa Schaefer

Dr. Teresa Schaefer ist Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie und seit 2024 in der Privatpraxis Remy-Ebner in Frankfurt am Main tätig. Nach ihrem Medizinstudium an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main arbeitete sie in der Hochtaunus-Klinik in Bad Homburg, im Hochwaldkrankenhaus in Bad Nauheim und in einer orthopädischen Praxis in Bad Vilbel. Dr. Schaefer promovierte 2017. Sie verfügt über die Zusatzweiterbildung Akupunktur und Zusatzweiterbildungen in Notfallmedizin, Chirotherapie und Röntgendiagnostik Skelett. Frau Dr. Schaefer verfolgt den gesamtheitlichen Ansatz der Privatpraxis in Frankfurt Sachsenhausen.

Dr. Marc Ebner

Über den Autor: Philip Schaefer

Philip Schaefer ist Zahnarzt und befindet sich seit November 2025 in der Weiterbildung zum Oralchirurgen in der Praxis Dr. Dr. Kater in Bad Homburg. Zuvor war er unter anderem im OP-Bereich sowie in der zentralen Notaufnahme tätig. Sein Studium der Zahnmedizin an der Johann Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main schloss er mit der Note „sehr gut“ ab. Seine fachlichen Interessen liegen insbesondere in der Oralchirurgie, Implantologie und in modernen chirurgischen Behandlungskonzepten.